Wie alles begann...

Die Gründungsmitglieder Dieter Kraft und Marianne und Konrad Hoffmann

Die Gründungsmitglieder Dieter Kraft und Marianne und Konrad Hoffmann

Oberursels Stadtverordnetenvorsteher Dr. Martin Heubel mit Eveline Lemke-Ziebeil und Doris Hohmann vom Kreisvorstand

Oberursels Stadtverordnetenvorsteher Dr. Martin Heubel mit Eveline Lemke-Ziebeil und Doris Hohmann vom Kreisvorstand

Im November 1979 erschien in der Frankfurter Rundschau eine von Klaus Hecker aus Kronberg initiierte Kleinanzeige mit etwa folgendem Text: Wer einen Kreisverband der Grünen gründen möchte, finde sich am 07. Dezember 1979 im Separee der Gaststätte Johannisberg in Bad Homburg ein.

 

Als ob viele nur darauf gewartet hätten, folgten ca. 80 bunt gemischte Interessierte dieser Aufforderung. Es waren versprengte Achtundsechziger, Frauenbewegte, umweltbewusste und friedensbewegte Menschen, kritische Landwirte, aber auch Konservative ebenso wie Sozialisten. Sie alle standen den damaligen politischen Strukturen kritisch gegenüber, suchten nach Veränderung und wollten eine ökologische, basisdemokratische und vor allem gewaltfreie Gesellschaft ohne Krieg aufbauen. Grün war das Symbol für Lebenskraft... und nichts konnte sie bremsen.

 

Dies war die Geburtsstunde des Kreisverbandes Hochtaunus Die Grünen. Er wurde damit der neunte und mit seinen 50 Beitritten zugleich der mitgliederstärkste Kreisverband in Hessen.

 

Mit schier unerschöpflicher Energie, einem unbändigen Willen und mit grenzenlosem Optimismus machten sich die Hochtaunus-Grünen an die Arbeit. Wesentliche Felder waren dabei unter anderem die Themen Startbahn West, Mülltrennung und die Renaturierung von Bächen und Flüssen.

 

Von 1979 bis Ende der 80er Jahre hielten die Proteste gegen den Bau der Startbahn West des Frankfurter Flughafens nicht nur Südhessen in Atem. Eine ganze Region wehrte sich gegen die Abholzung des Waldes und vermehrten Fluglärm. Die Startbahn galt als Symbol betonierten Fortschrittwahns. Gleichzeitig wurde scharf über Militanz und Gewalt diskutiert. Aber auch für Themen wie Waldsterben, Ölpest und atomare Verstrahlung sensibilisierten die Grünen ihr Umfeld. Besonders der Slogan Atomkraft - Nein Danke weckt dabei fundamentale Erinnerungen. Ob Biblis, Wackersdorf oder Gorleben - mit dem Widerstand gegen Atomkraftwerke erwachte das grüne Bewusstsein, dass natürliche Lebensgrundlagen gefährdet sind. Den Grünen ist es so zu verdanken, dass das Thema Umweltschutz überhaupt auf die politische Agenda gehoben wurde.

 

Anfangs als junge Wilde belächelt, etablierten sich die Grünen recht schnell in der politischen Landschaft und überzeugten mit ihren von Natur- und Umweltschutz geprägten Themen. Nicht ohne Grund schreiben sich heute die großen Parteien urgrüne Themen auf ihre Fahnen.

 

Viel ist seit diesen zum Teil turbulenten Anfängen geschehen, vieles hat sich verändert, doch einiges scheint konstant geblieben zu sein. So arbeiteten die Grünen zunächst an Küchentischen oder in privaten Wohnzimmern, trafen sich in Gaststätten und Kneipen. Irgendwann konnten sich die Bad Homburger Stadtverordneten dann zusammen mit der Fraktion im Kreistag ein Büro in der Elisabethenstraße einrichten, in dem sie bis 1998 arbeiteten. Dann stand ein Umzug in das preisgünstigere Oberursel an, wo die Grünen zunächst in der Korfstraße 13 und später dann im Holzweg 14 ein neues Domizil fanden.

 

Sämtliche Fotos wurden am 7. Dezember 2004 auf der 25-Jahr-Feier des Kreisverbands aufgenommen.